Die christliche Welt begeht die Adventsonntage mit jeweils eigenem Ritual:
- der 1. Adventsonntag feiert die Wiederkunft Christi am Jüngsten Tag; er wird auch Eiserner Adventsonntag genannt
- der 2. Adventsonntag dient der Vorbereitung auf den kommenden Erlöser; Kupferner Adventsonntag
- der 3. Adventsonntag stellt die Gestalt Johannes, des Täufers, in den Mittelpunkt; Silberner Adventsonntag
- der 4. Adventsonntag ist geprägt von der nahenden Freude, er ist in der katholischen Kirche Maria gewidmet; Goldener Adventsonntag
Papst Gregor der Große legte die Adventsliturgie im 6. Jahrhundert fest. Die Länge von vier Wochen symbolisiert die viertausend Menschheitsjahre des Wartens auf die Ankunft des Erlösers.
Advent heißt Ankunft: Wir sollten uns dessen bewusst werden und versuchen, in uns selbst anzukommen. Verplanen wir also nicht den ganzen Advent für Weihnachtsfeiern und Plätzchenpartys. Genießen wir die Zeit mit unserer Familie!
Der 1. Adventsonntag ist der viertletzte Sonntag vor dem 25. Dezember, somit kann der 4. Adventsonntag alle Jahre wieder auf Heiligabend fallen.
Am 1. Adventsonntag wird der Stollen, dessen Urheimat in Sachsen liegt, angeschnitten. Der Stollen, auch Strietzel oder Schittchen genannt, gehört zu den Gebildbroten. Er stellt das in weiße Tücher gewickelte Christkind dar. Als solches wurde es ursprünglich auch erst am 28. Dezember, dem Tag des unschuldigen Kindleins, angeschnitten.

Vor allem im süddeutschen Raum bis nach Tirol und Österreich kennen wir Früchtebrote, in den Mundarten auch Kletzn-, Hutzl- oder Birnbrot benannt. Kletzn und Hutzln sind getrocknete Obststücke, zumeist Birnenschnitze, die ausgedörrt schrumpelig, also verhutzelt ausschauen. Foto: Paranüsse und getrocknete Feigen; c/o Sylvia Koch.
Für Stollen wie Früchtebrote gilt: Sie sind lange Zeit halt- und genießbar und entwickeln ihren Geschmack trotz und gerade während des untätigen Ruhens. Freilich schmecken sie auch frisch gebacken! Deshalb unsere Empfehlung: zwei oder mehr Stollen Ende November einkaufen, gerne auch selber backen. Den einen verkosten wir sofort, den/die anderen lassen wir liegen bis Weihnachten - oder auch nur, solange sie unseren Appetit in Ruhe lassen. Was nichts anderes heißt, als dass sie ganz sicher, nämlich scheibchenweise abnehmen.
Apropos ab- und zunehmen: Während Sächsische Christstollen bei täglichem Labsal kalorienbombig auf die Hüften schlagen, verhalten sich Früchtebrote in dieser Beziehung sehr viel figurfreundlicher.