
Am 1. November begeht die katholische Kirche Allerheiligen im Gedenken an Heilige und Seliggesprochene sowie an all die Verstorbenen, deren Seelen bereits bei Gott angelangt sind.
Foto: c/o Sylvia Koch
Einen Aufschwung im Bekanntheitsgrad hat Allerheiligen dem Gebrause zu verdanken, mit dem Halloween in Deutschland auf sich aufmerksam macht. Verfechter eines gestrengen Allerheiligenfestes wollen es zwar nicht wahrhaben, dennoch: Allerheiligen und Halloween = "All Hallows' Eve(ning)", begangen in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November, sind ein und derselbe Anlass. Nur wird – wie manch anderes auch – in Amerika, woher Halloween nach Europa zurückschwappt, eben ein bisschen anders, meist lauter und bunter gefeiert, als wir es gewohnt sind. Das scheint allerdings auch einer der Gründe für den Erfolg von Halloween zu sein. Es macht Spaß!
Natürlich freuen sich Konsumstrategen; und sie feuern Halloween marketingtechnisch kräftig an. Fällt es werbemäßig doch recht günstig mitten in die Zeit zwischen Sommerschlussverkauf und Advent. Jedoch mal ehrlich: Es ist uns Kunden durchaus recht, nicht gleich nach den Sommerferien mit Weihnachtsgedudel im Supermarkt empfangen zu werden.
Im Übrigen gehen Allerheiligen und Halloween auf vorchristliches Brauchtum zurück. Es war ein Fest – nicht nur der Kelten! –, auf dem große Feuer die Nacht erhellten, um den Geistern und Seelen der Toten nahe zu sein, sie zu beschwören und zu besänftigen. Auch, um sie zu wärmen für den anstehenden Winter. Dort, wo die Geister sich zu dreist benahmen, vermummten sich die Lebenden, um sie zu erschrecken.
Freilich kann man diesem Brauch auch ernsthaft und gesittet nachkommen: Wir besuchen unsere Verstorbenen auf dem Friedhof, schmücken die Gräber mit Blumengebinden und Kränzen und zünden Lichter an.
Im Oktober endete für die Kelten das Jahr. Mit diesem Schlusspunkt reihen sich die Riten um Aller Heiligen Nacht der Nächte ein in den Spuk und das Brimborium, welches ebenso an Silvester und am 1. April, denn auch dieser war eine zeitlang Jahresbeginn, zelebriert wird.
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