Home
multi-deutsch
Volkspoesie
Wörterbuch
Schimpf-?-Wörter
Zungenbrecher
Heischegänge
Wortspielereien
Osterfastenzeit
Ostern
Walpurgis
Muttertag & Vatertag
Pfingsten
Fronleichnam
Johanni
Jahr aus - Jahr ein
Regiokatessen
Stadt, Land, Dorf
Mariä Himmelfahrt
Maria Kräutlein
Krautiges
Kaffeegenuss
Kaffeeklatsch
Almabtrieb
Erntedank
Erntedank-Rezepte
Kirchweih
Rezepte zur Kirmes
Kirchweihbrauchtum
Allerheiligen
Kürbis & Co
Allerseelen
Märkte im Advent
Martini - Nikolaus
Weihnachtsbäckerei
Advent
Lucia - St. Thomas
Weihnachtspostämter
Heiligabend
Heiligabend internat
Schöne Bescherung
Silvester
Silvester internat.
Dreikönigstag
Vom vierten König
Vogelhochzeit
Lichtmess
Rezepte zu Lichtmess
Vielliebchen
Legende vom Valentin
Tolle Tage
Rezepte zum Fasching
Gern-Verreisende
Publikationen
Kulinarisches
Kaleidoskop
Impressum
Sitemap

Almabtrieb

Der Almabtrieb heißt im Allgäu Scheid, auch Viehscheid, im österreichischen Teil der Allgäuer Alpen Älplerletze, ansonsten in Österreich Almabfahrt. Schweizer veranstalten Alpabfahrt und Alpabzug. Sowohl die Alm wie auch die Alpe entstammen wörtlich der althochdeutschen Alpâ = Bergweide, Weideplatz. Die hier tätigen Hirten heißen alpenländisch Senner, was sich vom Sahneverarbeiter ableitet. Zu deren Aufgaben gehört es, die täglich frisch gemolkene Milch zu Butter und Käse zu verarbeiten.

Sobald der Sommer endet, ziehen die Hirten mit dem Vieh zurück ins Tal. Dort angekommen, wird die Herde geschieden, d.h. aufgeteilt. Die Viehhüter übergeben die Tiere, die ihnen seit Pfingsten anvertraut waren, den Besitzern. Üblich sind die Almabtriebe insbesondere im Süden Deutschlands und in den Alpenländern. Denn da Bergbauern sich in hügeligem Gelände weniger Vieh halten können, wäre es unwirtschaftlich, eigene Hirten abzustellen.

Begleitet wird der Viehabtrieb von Blaskapellen und Alphornbläsern, den ortsansässigen Trachtenvereinen und Schuhplattlern. Nahe der Scheidplätze finden Bauern-, Krämer- und Handwerkermärkte statt, wodurch sich die Heimkehr geradewegs zum Volksfest entfaltet. Vorbedingung ist allerdings, dass der etwa 100-tägige Bergsommer für Mensch und Tier gesund und ohne Unfall abgelaufen ist. Zum Abtrieb werden die Leittiere aufgekranzt. Das heißt, sie werden bunt geschmückt mit Bändern, Glocken und Schellen sowie Wacholderkronen. Mit Kränzen aus Latschenkieferzweigen und Tannengrün, Alprosen (Almrausch) und anderen Blüten, mit Silberdisteln und Fuikln (geflochtene Rosetten aus eingefärbten Hobelspänen). Festliche Glitzereien wie Flitter und Stirnspiegel, obendrein lautes Glockengeläut sollen böse Geister fernhalten.

Wann Zeit ist zum Almabtrieb, das richtet sich nach dem Wetter. In nur wenigen Orten findet er an feststehenden Tagen statt. Offiziell endet die Weidesaison alljährlich spätestens am 30. September. Denn jetzt, da das Gras nicht mehr nachwächst, und wenn der Herbst sich durchzusetzen beginnt, muss das Vieh von der Alm runter. Nicht selten gibt es bereits die ersten Schneefälle, dann werden die Rinder notfalls mit dem Hubschrauber von der Alm "ausgeflogen". Geplante Festlichkeiten fallen dann nicht ins buchstäbliche Wasser, sondern erfrieren vor Kälte.

Die konkreten Termine für den Almabtrieb lassen sich am besten im jeweiligen Ort über die Tourismusbüros erfragen.

Prachtvolle Viehscheide gibt es traditionell im Allgäu, weil hier das Vieh durch Genossenschaften betreut wird. Anderswo findet das Ereignis als familiäre, vielleicht dörfliche Angelegenheit statt, weshalb Urlauber wie Wanderer eher zufällig teilhaben können. Einige oberbayerische Gemeinden haben sich entschlossen, die Almabtriebe behutsam dem Tourismus zugänglich zu machen und heißen Besucher herzlich willkommen.

 

Orte, in denen Almabtriebe stattfinden:

Schaf - geschafft; c/o Sylvia Koch

Traditionelle Viehabtriebe gibt es darüber hinaus in 

  • Island: Mit dem Réttir-Fest verbunden ist der Schafabtrieb Ende September.
  • Chile/Anden: Ende März werden Ziegen, Rinder und Pferde zusammengetrieben.

Bauernregeln

  • Wenn im September viele Spinnen kriechen, sie einen kalten Winter riechen.
  • Fällt das Laub zu bald, wird der Herbst nicht alt.
  • Donnert's im September noch, liegt der Schnee zur Weihnacht hoch.