Das Erntedankfest erinnert uns daran, einen reich gedeckten Tisch nicht nur als selbstverständliche Alltäglichkeit vorauszusetzen. Wir danken für die Gaben der Natur, die von vielen fleißigen Händen auf unseren Tisch gebracht werden.

Kirchenoffiziell wurde 1972 auf der deutschen Bischofskonferenz der erste Oktobersonntag als Tag des Erntedankes festgelegt, für Protestanten und Katholiken gleichermaßen.

Wann das Fest am Ort dann tatsächlich begangen wird, ist regional unterschiedlich, hängt es doch vor allem von klimatischen Gegebenheiten, den Bodenverhältnissen und natürlich vom Erntegut selbst ab, was wann geerntet wird. Und deshalb ziehen sich Erntedankfeste von Pfingsten, dem ersten Erntedankfest im Jahreskreis, bis Anfang November (Thanksgiving in den USA) hin. Sehr oft verschmilzt es auch mit der Kirchweih. Erntedank und Kirchweih an sich sind eigenständige Festivitäten. In unseren Breiten fallen Erntedank und Kirchweih oft in den Herbst. Und da es die zumeist begrenzten örtlichen Kapazitäten nicht erlauben, zwei große Feste innerhalb kürzester Zeit zu bewältigen, wird oft nur ein Fest richtig ausgiebig begangen und so nebenbei das andere gleich mit, quasi Zwei-in-Eins.

Erntedank

Zur Erntedankfeier in der Kirche wird der Altarraum ausgeschmückt mit farbenprächtigen Blumengestecken, Getreidegebinden und Früchtearrangements, die anschließend an Bedürftige verteilt werden.

Besonderes Augenmerk gilt dem Brot (Foto: Erntedank-Arrangement auf dem Brixener Brot- und Strudelmarkt 2010; c/o Sylvia Koch). Wir danken allen, die dafür sorgen, dass wir es essen können. Bis das Brot auf unseren Tisch gelangt, bedarf es vieler kräftiger Hände. Nicht grundlos ehrten es unsere Vorfahren – und niemals warfen sie Brot weg!

Zum Erntedank gehören auch die festlich-bunten Almabtriebe, z.B. im Allgäu oder in der Schweiz, sowie viele thematische Märkte:

  • die Kartoffelfeste in IbbenbürenNeualbenreuth und Rotenburg (Wümme)
  • die Zwiebelmärkte in Laa an der Thaya (A), der Berner Zibelemärit (CH) und – bereits seit 1653 – der Weimarer Zwiebelmarkt
  • der Bad Dürkheimer Wurstmarkt, der (auch) ein Weinfest ist
  • der Apfelmarkt in Bad Feilnbach
  • außerdem: Backofenfeste, Winzer- und Hopfenmärkte u.v.a.
  • ebenso sehenswert: die Kürbisausstellung im Blühenden Barock Ludwigsburg

Bauernregeln

  • Nichts kann mehr vor Raupen schützen als Oktobereis in Pfützen.
  • Oktober-Sonnenschein schüttet Zucker in den Wein.
  • Regen an Remigius (1. Oktober) bringt vier Wochen lang Verdruss.
  • Oktober rauh, Januar flau.
  • Sankt Gall (Gallus 16. Oktober) treibt die Kuh in den Stall.


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