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Österliches Brauchtum

Osterlachen

Am Ostermontag hält der Pfarrer eine humorvolle Predigt. Gerne nutzt er den Anlass, um satirisch oder ironisch, mit Witzen, Fabeln, Anekdoten und Reimen auf Missstände in der Gemeinde oder bei örtlichen Honoratioren hinzuweisen. Mitunter wird die Standpauke zum „Ostermärchen“ deklariert, wohl aus Vorsicht, die Kritik könnte zu unverblümt ausfallen. Hohe Zeit des Osterlachens war die zwischen Barock und Aufklärung, inzwischen wird risus paschalis in Deutschland wiederbelebt.

Eierfärben

Ostereier; c/o Sylvia Koch

Ganz bewusst greifen wir zu natürlichen Farben, wohl wissend, dass die Ergebnisse etwas weniger farbenkräftig ausfallen. Um das auszugleichen, tragen wir mehrere Schichten auf, die zwischenzeitlich antrocknen.

Jede Farbe steht für bestimmte Charaktere. Geeignete Färbemittel sind für:

  • gelb (→ Licht, Reife): Safran, Färberdistel, Birkenblätter, Kamillenblüten, Huflattichblüten, Rotbuschtee

  • orange (→ Feuer, Energie): zerstoßene Samen des Orleanderstrauches, konzentrierter Rotbuschtee

  • rot (→ Liebe, Leidenschaft; die christliche Farbe an sich, denn sie symbolisiert den Kreuzestod Christi): Erdbeer-, Himbeer-, Rote-Bete-Saft, zerdrückte Cochenillelaus (sofern gerade zur Hand), Lackmuspulver in saurer Lösung

  • lila, violett (→ Macht und Magie): Blaubeer- und Brombeersaft gemischt, Beerenfrüchtetee, Malvenblütenaufguss, Blaukrautsud

  • blau (→ Treue): Veilchensaft, Lackmuspulver in alkalischer Lösung, Indigo, Holundersaft

  • grün (→ Hoffnung): Brennnesselaufguss, Mate-, Grüntee

  • orange, lila und grün lassen sich ermischen – frei nach und mittels Goethes Farbenkreis

  • Beim Verwenden der viel gepriesenen Zwiebelschalen werden die Eier (rot)braun gefärbt, sie werden sehr schnell sehr dunkel.

Tipp: Die trockenen, gefärbten Eier mit einem in verdünntem Essig getränkten Tuch kurz feucht abtupfen. Der Essig fixiert die Farben.

Die Ostereier können nicht nur gefärbt, sondern oft noch zusätzlich verziert werden: beschrieben, verkratzt, geätzt, bestickt, behäkelt, bemalt und beklebt. Besonders kunstfertig gestaltet sind sorbische Ostereier.

Bunte Glaskugeln

Ab dem 12. Jahrhundert wurden bunte venezianische Glaskugeln als Sonnensymbol am Heiligen Grab aufgesteckt. Hiervon stammen die auf Stäbe gepfropften Glaskugeln in unseren Gärten ab.

Lämmchen; c/o Sylvia Koch

Lamm

In der religiösen Symbolik steht das Lamm für Reinheit, Unschuld, sittsame Hingabe. Für Wehrlosigkeit und friedliche Lebensweise. Das Zeichen „A.D.“, beispielsweise auf geprägten Wachsscheiben, heißt „Agnus Dei“, Lamm Gottes.

Traditionell gehört ein Lammbraten auf die Ostertafel. Im Geschmack unterscheidet sich das Fleisch des Tieres aufgrund Herkunft und Nahrungsaufnahme. Das heißt, wir schmecken es, ob das Lämmchen auf einer Weide, Kräuteralm oder auf der Salzwiese nahe der Küste aufgewachsen ist.

Oster-Oa scheibn

An einem nicht zu steilen Abhang werden zwei Rechen so hingelegt, dass die parallel nebeneinander liegenden Stiele eine schiefe Ebene bilden. Die beiden Harken müssen in entgegengesetzte Richtung zeigen. Dann lässt man die hartgekochten Ostereier auf der so gebauten Rollbahn hinunterkullern. Im Auslauf bleiben die Eier liegen. Worum es dabei geht? Um viel Spaß. Darum, wessen Eier am weitesten rollen, und, wessen Eier unbeschadet bleiben, also nicht von den anderen aufgeschlagen werden und so die wenigsten Risse haben.

Leicht abgewandelt ist dieser Brauch im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitet, mancherorts sind spezielle Eierrutschen verbürgt. Friesen spielen Eiertrüllen (rollen) oder Eiersmiten (schmeißen), Schwaben schucke Oier. Beim sorbischen Waleien ist es wichtig, im Auslauf das Ei der Mitspieler anzustupsen.

Eiertupfen / -pecken / -titschen / -düpfen / -bikken / -dotzen

Das ist ein altes (Kinder-)Spiel, bei dem zwei Spieler auf Geheiß je ein gekochtes Ei an den Enden gegeneinander schlagen. Die Kommandos lauten: „Spitz auf Spitz“, „Spitz auf Arsch“ oder „Arsch auf Arsch“. Wessen Eierschale eingedrückt wird, der muss das Ei seinem Gegenspieler abgeben. Sieger ist, wer die meisten Eier einheimst. Unlautere Drehs bestehen darin, die Eierspitzen zu präparieren, mit Holz-, Gips- oder Kunsteiern zu schummeln oder flotti-flink einen Finger zwischen die Eier zu mogeln.

Interessant ist, dass beim Anschlagen immer nur eins der beiden Eier kaputt geht, nämlich das mit der etwas dünneren Schale. Und weil keiner genau vorhersagen kann, welches das ist, ist Eiertupfen ein reines Zufallsspiel.

Am Rande bemerkt: In Ostfriesland heißt der Ostersonntag Hicken-Bikken-Sönndag. Womit wir vorab wissen, was wir spielen werden.

Eierwettlauf

Hier geht es um Schnelligkeit und Geschicklichkeit. Denn die Wettläufer bekommen ein Ei mit auf den Weg, das auf einem Löffel balanciert und heil und so schnell wie möglich ins Ziel gebracht werden soll. Erschwernisse wie Hürden, Durchgänge und zu klein geratene Löffel steigern Spannung und Vergnügen.

Das Spiel ist inzwischen weniger ein rein österlicher Zeitvertreib, wird es doch ganzjährig bei Kindergeburtstagen, Stadt- und Landfesten veranstaltet. 

Osterfeuer und Osterräder

Das Abbrennen eines Feuers in der Nacht zum Ostersonntag und in der folgenden Nacht ist ein sehr alter Brauch. Gegen Abend trifft man sich, um den Stapel aus Zweigen und Holzstücken, die über den Winter gesammelt wurden, zu entzünden.
Das Osterfeuer soll den Winter und böse Hexen sowie Geister vertreiben. Oft werden Strohpuppen in der Mitte des Holzhaufens aufgestellt.
Der Schein des Osterfeuers soll Mensch und Haus vor Krankheiten und Unheil bewahren. Wer den Feuerschein erblickt, dem soll er Glück bringen. Damit dies recht viele Menschen trifft, werden Osterfeuer häufig auf Hügeln errichtet.
Ein weiterer Brauch ist es, am Ostersonntag Feuerräder einen Berg hinunter rollen zu lassen. Dafür werden am Karsamstag Wagenräder und Eisenreifen mit Stroh umwickelt. Am Sonntag dann wird auf dem Berg ein Reisigfeuer entfacht. Wenn es lodert, werden an ihm die Räder entzündet, die brennend ins Tal rollen.

Osterfeuertragen/Osterfeuerlauf

In St. Peter im Schwarzwald sowie im bayrischen Benediktbeuern wird der Brauch des Osterfeuertragens gepflegt. Schon lange vor Ostern sammelt die Dorfjugend Baumschwämme und zieht diese auf Draht zum Trocknen auf. Nach dem Gottesdienst am Sonntag wird vor der Kirche das Osterfeuer entzündet. Die Schwämme werden hinein gehalten, bis sie glimmen. Dann tragen die Burschen das Feuer in die Häuser, wozu sie Sprüche aufsagen, beispielsweise: „Wir bringen das geweihte Feuer“. Die Hausleute schlagen sich ein Stück vom Schwamm ab und legen es ins Herdfeuer. Die Feuerträger erhalten eine Belohnung.

In manchen bayrischen Orten hält man das Fastengebot so streng, dass am Karfreitag bereits das Herdfeuer erlischt. Erst am Ostersamstag, zum abendlichen Festgottesdienst, zünden die Gläubigen in der Kirche an der Osterkerze ihr eigenes Licht an, tragen es nach Hause und entfachen dort wieder ein Feuer.

Osterkrippe

Die Idee der Passionskrippen stammt aus der Barockzeit. Dargestellt werden biblische Szenen, die insbesondere das Leiden Christi veranschaulichen, sowie die Kreuzigung und das Heilige Grab. Zwischenzeitlich waren sie fast vergessen. Heutzutage sind sie ein probates Mittel, vor allem Kindern die Ostergeschichte näher zu bringen.

Ostereiersuchen

Die Farbe macht den Unterschied: Zuerst ein blaues zu finden, bringt Ungemach, ein rotes Osterei dagegen drei Tage Glück. Da wäre es doch gescheiter, gar keine blauen einzufärben, oder?

Geweihte Ostereier amtieren oftmals als Segensbringer. Beispielsweise werden sie im Acker vergraben, um eine gute Ernte zu wünschen. Oder es werden ihre Schalen zusammen mit der Asche des Osterfeuers auf dem Feld ausgebracht.

Osterwasser

Dem Osterwasser wird heilende sowie glückbringende Wirkung nachgesagt. Es gilt als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. Selbst dem Ostertau kommt besondere Bedeutung zu.
Früher wuschen die Frauen im fließenden Osterwasser ihre Wäsche.

Das Osterwasser wird schon früh am Sonntagmorgen von der Quelle geholt. Es fördert die Fruchtbarkeit, wenn es schweigend nach Hause gebracht wird. Was jedoch die Burschen des Ortes durch allerhand Streiche zu verhindern suchen.
Wasser, das in der Osternacht als Regen oder Schnee niederfällt, gilt als heilsam.
 

Osterbrunnen 

Osterbrunnen in Bad Gögging; c/o Sylvia Koch   Osterbrunnen in Schechingen; c/o Sylvia Koch

Osterbrunnen in Bad Gögging

            

 Osterbrunnen in Schechingen

Wasser war (und ist!) ein wertvolles Gut. Brunnen werden zum Osterfest geschmückt im Bewusstsein, wie wichtig das Nass für alles Leben ist. Herausgeputzt bezeugen die Brunnen unsere Freude über die nun wieder sprudelnden Quellen. Diese Tradition wird besonders intensiv in der Fränkischen Schweiz gepflegt. Nach der winterbedingten Wassernot werden die Brunnen gereinigt und dann dekoriert mit Buchsbaumgirlanden, Blumen, bunt bemalten Ostereiern und Schmuckbändern.

Bewohner der Schwäbischen Alb nahmen diesen Brauch inzwischen auf: in Schechingen (Ostalbkreis) beteiligt sich das ganze Dorf beim Schmücken des Brunnens.

 

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