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Silvester in aller Welt: andere Länder, andere Sitten

Argentinien: Altes Papier, auch Akten, Rechnungen und ähnliche Unterlagen, wird geschnetzelt und den vier Windrichtungen überlassen.

Brasilien: Weiße Kleidung zieht Glück und Frieden an. Blumen werden ins Meer geworfen und Kerzen am Strand angezündet. Rote Kerzen leuchten für die Liebe, gelbe für Reichtum und weiße für Frieden.

Chile: Die Chilenin verführt mit roten Dessous zu Leidenschaft und Liebesglück. Wer noch auf der Suche ist, begeht die Silvesternacht in rosafarbener Unterwäsche. Gelbe Reize unterstützen denjenigen, der mehr auf monetäre Ziele aus ist.

Ecuador: Aus Sägemehl werden große Puppen gebastelt, die, mit Stoffresten bekleidet, weniger rühmliche Personen des Zeitgeschehens darstellen. Die Puppen und mit ihnen alles Schlechte, das sie im letzten Jahr verzapften, werden um Mitternacht mit Feuerwerkskörpern angezündet. Das macht Platz für Neues, Besseres.

England: Hier gehören Mince Pies zum Anlass. Das sind kleine Törtchen, die mit Trockenfrüchten und Nüssen gefüllt und mit Zimt und Muskat gewürzt sind.

Frankreich: Es gibt keine Knallerei, kein Feuerwerk, aber ausgelassenes Feiern in den Straßen, an und auf der Seine. Franzosen treffen sich, um fein zu speisen: Austern und Gänsestopfleber, angestoßen wird natürlich mit Champagner. Küsse unter Stechpalmenzweigen verheißen viel Glück.

Griechenland: Wer im Basiliusbrot eine Münze findet, dem lacht das Glück. Das Basiliusbrot ist ein Hefeteigbackwerk mit Anis, Sesam, Orangeade oder Mandeln.

Israel: Wer das neue Jahr mit Äpfeln und Honig beginnt, erhofft sich ein süßes Jahr.

reizend

Italien: Um das Glück (und mehr ….) zu stimulieren, wird rote Unterwäsche getragen (Foto: Anreiz; c/o Sylvia Koch). Mehr Geld verspricht sich, wer rotes Fleisch und Gemüse verspeist. Beliebt sind Schweinswürstchen und -füße mit Linsen. Denn auch hier werden die kleinen Hülsenfrüchte mit viel Kleingeld in Verbindung gebracht. Besonders lautes Getöse und Knallerei ist Pflicht. In manchen Gegenden wird alte Kleidung zum Fenster hinaus entsorgt.

Japan: Zur Mitternacht von Omisoka ertönen von allen Tempeln 108 Glockenschläge, die an 108 Sünden, Begierden und Laster mahnen.

Österreich: Die (Glocke namens) Pummerin läutet in Wien. Untereinander schenkt man sich Glücksschweinderln, auch Kleeblätter und Schornsteinfeger.

Russland: Mit Silvester beginnt für Väterchen Frost die Hochsaison. Bis zum 7. Januar, dem russischen Neujahrsfest, befindet er sich im Dauereinsatz. Diese Strapazen bewältigt er freilich nur kraft reichlicher Wodka-Rationen. Da Russland so riesengroß ist, dass es sich über mehrere Zeitzonen erstreckt, muss Väterchen Frost in dieser Nacht öfters und immer wieder erneut auf das neue Jahr angestoßen werden.

Schottland: Feuerfeste kündigen in den Dörfern das neue Jahr an, mancherorts werden Feuerbälle geworfen. Fürs Kommende stärken Hot Pints (Whisky-Bier-Eier-Punsch) und Haggis (mit Gehacktem gefüllte Schafsmägen).

Schweiz: Böllerei muss sein, dazu verkleidete Dämonen, die den Krach musikalisch mit Kuhglockengeläut und Gejo(d)le begleiten.

 

Feuerwerk     Feuerwerk     Feuerwerk
   

Silvester-Feuerwerk

  (Fotos: c/o Sylvia Koch)

 

Spanien: Zum Mitternachtsgeläut wird pro Stundenschlag eine Weintraube gegessen und dabei ein Herzenswunsch gemurmelt. Da sich die Spanier alsdann umarmen und abbusseln, fällt dieses Ritual möglicherweise ein bisschen sehr feucht aus. Aber gut so, denn die Trauben müssen sofort weggeschleckt werden, ansonsten droht Unglück. Ebenso unglücklich wird, wer nicht genau 12 Stück vernascht. Deshalb gibt es bei findigen Geschäftsleuten kleine Dosen mit abgezählten 12 Weintrauben zu kaufen. Tolle Regelung: Fällt der feiertägliche Neujahrstag auf einen Sonntag, gibt es den folgenden Montag gratis als arbeitsfreien Tag dazu.

Tschechien: Kein Silvester ohne Karpfen! Eine Silvesterkarpfenschuppe im Portemonnaie bewahrt im kommenden Jahr vor Ebbe in demselben.

 

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