Der 14. Februar wird in unseren Breiten als Tag der Verliebten unter der Obhut St. Valentins gefeiert – allen ernsthaften und nachdrücklichen Aufklärungsversuchen zum Trotz, die beschwören, den heiligen Valentin von Terni gefälligst aus diesem Trubel herauszuhalten.
Wirklich interessant ist an diesem Valentinstag, dass er noch im Mittelalter Vielliebchentag genannt wurde. Vor Verschiebung und Festlegung des Tages der Geburt Jesu vom 6. Januar auf den 25. Dezember fiel Lichtmess auf diesen Tag. Infolge innerkirchlicher Überlegungen und Kalenderreformen trennten sich die Bedeutungsinhalte. Lichtmess – nun am 2. Februar – wurde zum Kerzenfest, und die Bräuche um Frühlingsliebeleien belegten fortan den 14. Februar: Per Los wurden ein Mädchen als Valentine und ein Bursche als Valentin für einen Tag als Paar verkuppelt.
Wohl im 14. Jahrhundert wandelte sich, von Frankreich, Belgien und Westdeutschland ausgehend, das Vielliebchen über die Vornamen Philine und Philipp (griech.: phil/philo = liebend, ...freund; gleichwohl erinnert Philipp phonetisch an viel-lieb) zur Valentine und zum Valentin.
Vielliebchen steht für den Spaß, zu zweit gemeinsam eine Mandel („Zwillingsfrucht“) auseinander zu brechen und zu verspeisen. Wer von den beiden sich am nächsten Tag zuerst daran erinnert und den anderen „Vielliebchen“ nennt, bekommt ein Geschenk, welches ebenfalls diesen Namen trägt.
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Nomen est omen? - Hochzeitshaus im "Haus zum Goldenen Schwert", Konstanz Foto: c/o Sylvia Koch |
Was kennen wir noch als Vielliebchen? Da gibt es eine Fuchsien-Sorte und Musik: eine Polka von Josef Strauß und den „Zürcher Vielliebchen-Walzer“, ein relativ unbekanntes Klavierstück von Richard Wagner. Vielliebchen heißen fernerhin die Glanzbilder, die wir ansonsten als Stammbuchbildchen und -blüten, sächsisch: Stamborbliemel, kennen. Diese wurden in Poesiealben geklebt oder lieben Besuchern zum Abschied mitgegeben.
Nach altem Volksglauben wird ein Mädchen den Mann heiraten, den es am Vielliebchentag als ersten sieht. Da bekanntlich die Zuspätkommenden vom (Liebes-)Leben bestraft werden, sollte es sich für den einen oder anderen Herren lohnen, am 14. Februar recht früh aufzustehen und schnurstracks die Begehrte aufzusuchen. Halt: Blumen und Konfekt nicht vergessen!
Vielliebchen-Konfekt: Süße Mandeln brühen und die braune Haut abziehen. Mandeln trocknen, kurz rösten. Zwei Mandeln an ihren spitzen Enden überlappend zur Herzform zusammenlegen und mit geschmolzener Schokolade überziehen. Vielliebchenherzen zweisam gemeinsam vernaschen.
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