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Inzwischen ist ja jeder Kalendertag einem Ehren-Dingsda gewidmet. Und so begehen wir am 16. Mai den Wurzel- und Unkrauttag.

Spätestens jetzt, Mitte Mai, erfordern Gärten und Beete wieder unsere volle Aufmerksamkeit. Vor allem in Anbetracht der viel gescholtenen Unkräuter.

Jedoch – was ist ein Un-Kraut? Mark Twain sagte: „Unkraut ist, was nach dem Jäten wächst.“ Nun ja, Jäten ist mühselig! Dennoch ist Unkraut grundsätzlich kein minderwertiges Gewächs. Aber es entwickelt die lästige Ungezogenheit, unerwünscht, zur falschen Zeit oder am falschen Orte zu erscheinen.

Weitaus hübschere und obendrein zutreffende Namen fürs Kraut sind

  • Wurzelkraut
  • Wildkraut
  • Küchenkraut
  • Zeigerkraut (denn es zeigt Bodenqualität und -beschaffenheit an)
  • Beikraut (dort, wo eines wächst, gedeiht oft auch ein ganz bestimmtes anderes Kräutlein)
  • Schmetterlingslocker und -betöre
  • das schwyzerdütsche Gjatt

Böse Namen: Störkraut, Unzierkraut, Schadkraut

Wir machen aus der Not eine Tugend und kredenzen:

Brennnesselnockerl: Handschuhe anziehen zum Brennnesseln pflücken, Nesseln mit lauwarmem Wasser abbrausen, Blättchen abzupfen und trocken tupfen, fein schneiden, in Nockerlgrieß- oder Markklößchen unterkneten. Klößchen in einer klaren Brühe gar ziehen.

Löwenzahn

Löwenzahnhonig: Gelbe Löwenzahn-Blütenblättchen (Foto: c/o Sylvia Koch) in wenig Wasser aufkochen, durchseihen und den Saft mit Zucker zu einem dicken Sirup einkochen.

Gänseblümchensuppe: Gänseblümchen klein hacken und in eine klare Brühe oder gebundene helle Suppe geben. Suppenteller mit Gänseblumenköpfchen garnieren.

Unkrautbowle "Butterfly": 500 g verschieden Kräuter putzen und hacken. Mit Apfelsaft oder -wein übergießen. 4 Stunden ziehen lassen. Kräuter abseihen und den Sud mit Saft, Wein oder Sekt aufgießen.

Bauernregeln

  • Ist's im Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun' und Fass.
  • Maientau macht grüne Au.
  • Blüht die Eiche vor der Esche, gibt's noch eine große Wäsche.